Im Blickpunkt Die Brasse

Geschrieben von Bernhard in Information am 19.01.2016 22:10

Hier gehe ich mal ausführlich auf das Thema Brassen (Abramis brama) ein, da ich immer wieder die Fragen höre:

Was ist ein Brassen?

Wie sieht ein Brassen aus?

Wie fange ich einen Brassen?

Wo finde ich die Brassen?

Wie angele ich am besten auf Brassen?

 

Brassen sind für gewöhnlich Schwarmfische, welche sich in Schulen durch die Gewässer bewegen. In der Regel gilt, wer einen Brassen fängt kann stets mit weiteren Fischen rechnen.

Die Brasse gehört eigentlich zur großen Familie der Karpfenfische, auch wenn Sie sich von dem Karpfen durchaus leicht unterscheiden lässt, alleine durch die fehlenden Barteln. Lediglich der hohe Rücken und das Stülpmaul erinnern an Ihre nahen Verwandten. Die Brasse ist in Deutschland auch unter dem Namen Blei oder Brachse bekannt.

Die Schwanzflosse der Brasse ist tief eingeschnitten und verhältnismäßig lang. Das unterständige Maul kann weit hinaus geklappt werden für die Nahrungsaufnahme, hiermit wird der Grund des Gewässers regelrecht durchpflügt. Besonders markant ist auch der unter Karpfenanglern gefürchtete Brassenschleim, diese Schleimhaut über den Schuppen kann in einem Kescher wahrhafte Schleimfäden hinterlassen.

Die junge Brasse ist in der Regel silbern gefärbt, im Alter wird die Brasse zunehmend dunkler und matter, bis hin zu einem kräftigen Goldton. Adulte Brassen haben häufig einen schwarzen Rückenstreifen, und olive-, grünliche- oder bronzefarbene Seiten, der Bauch variiert zwischen einem Weißton bis hin zu einem einheitlichen Bild mit der Seitenlinie.

 

Reine Gründler

Während die Jungbrasse lediglich Algen und kleine Wasserinsekten verzehrt, bedient sich die adulte Brasse praktisch allem was diese aufnehmen kann, dies beginnt bei Algen, geht über Insekten, Larven, Krebsen, Aas, und Kleinfischen. Auch sind Brassen häufig an Haushaltsabfällen und Fäkalien durchaus interessiert.

Beliebte Köder für die Brasse sind diverse Köder, ich kann offen gesagt nicht alle niederschreiben, hier nur einige Möglichkeiten:

  • Mais
  • Made
  • Teig
  • Tauwurm
  • Mistwurm
  • Gelbschwanzwurm
  • Mehlwurm
  • Boilies
  • Pellets
  • Brot
  • Hanf
  • Weizen

 

Die Lebensweise der Brassen

 

Brassen leben in kleinen bis hin zu großen Schulen, welche häufig bis zu 100 Fischen groß sind. Diese Schulen sind meist bis zu einer Fischgröße von ca. 4-5 Pfund anzutreffen, größere Brassen schließen sich häufig auch Karpfenschulen an oder verweilen als Einzelfische die sich lediglich zur Paarung einem Schwarm anschließen.

Theorien besagen, Brassen würden sich zu Schulen formieren um sich besser vor Raubfischen zu schützen. Dies trifft vermutlich auch auf die Jungfische zu, bei den adulten Tieren bin ich jedoch der Meinung, dass diese sich entsprechend formieren um im gegenseitigen Windschatten die immer gleichen Futterrouten aufzusuchen. Es gab einen Test, der bewies, dass wenn ein Fisch aus dem Schwarm entnommen wurde diesen binnen von 2 Tagen nach dem zurück setzen wiederfindet. Unter Umständen nutzen die Fische auch den Schwarm zur Orientierung.

Im Wesentlichen gilt auch immer noch, die Brasse würde stehende oder langsam fließende Gewässer bevorzugen. Es hat sich allerdings gezeigt das stark fließende Flüsse wie beispielsweise der Po in Italien, oder der Rhein zeitweise extrem große Brassenbestände beherbergen. Fakt ist jedoch, dass die Brasse gerne Flachwasserzonen aufsucht, sich sonnt und immer wieder krautige Plätze aufsucht.

Im Fluss sind Brassen bei starker Strömung meist in größeren Löchern oder Mulden zu finden, wo sie der Hauptströmung ausweichen.

Für einen guten Brassenbestand braucht ein Gewässer lediglich möglichst viele Schwebeartikel, ein starkes Pflanzenvorkommen und am besten noch eine externe Nahrungszufuhr (in europäischen Nachbarländern sind dies häufig Entwässerungsgräben von Viehweiden). Durch diese Grundlagen finden die Brassen ausreichend tierische und pflanzliche Nahrung, welche Ihren Fressgewohnheiten entspricht. Weiter sagt eine Theorie über das Leben der Brasse, dass man den Brassenbestand eines Gewässers am Wasserschneckenbestand messen kann.

 

Das Leben der Brasse

Die Brasse erlangt erst nach 4-5 Jahren die geschlechtsreife. Die Laichzeit beginnt meist im Ende April / Anfang Mai bis hin zu Ende Juni / Anfang July. Der Maßstab hierbei ist eine Gewässertemperatur von ca. 14-17°C.

Während der Laichzeit entwickeln die Brassen-Milchner ein ausgeprägtes Revierverhalten und tragen den markanten Laichausschlag vieler Weißfische an Kopf und vorderen Körper.

Die Brassen-Rogner legen ihren Rogen für gewöhnlich in ca. 1m tiefen Wasser ab, über kiesigen, steinigen oder krautigen Grund. Gelegentlich auch inmitten von Wasserpflanzen, wobei hier auch die Möglichkeit einer eventuellen „Legenot“ gegeben sein kann.

Ein Rogner legt hierbei ca. 300.000-400.000 Eier, diese benötigen ca. 11-14 Tage bis die Larven die Eier verlassen. Die Zeit bis zum Schlupf, hängt sehr von der Temperatur des Gewässers ab. 

Die Verlustquote der unbefruchteten Eier, sowie der Larven im ersten Stadium ist ausgesprochen hoch. Mehr als 50% des Geleges überleben nicht das erste halbe Jahr.

Nach dem ersten Jahr sind die Jungbrassen ca. 5-12cm groß, das Wachstum der Brasse bleibt in den meisten Gewässern weiter denkbar langsam Eine Brasse mit ca. 1kg Gewicht ist in der Regel ca. 6 Jahre alt. Von daher ist es an sich ein undenkbarer Frevel, wenn man an die Wettfischen der 70er, 80er und frühen 90er Jahre denkt in denen Zentnerweise Brassen gefangen wurden die wenn sie nicht nach dem Wiegen als Wildfutter im Wald gelandet sind notdürftig zu Frikadellen verarbeitet wurden.

Vor allem angesichts der Tatsache, dass eine Brasse von ca. 6 Pfund für dieses Gewicht knapp 10 Jahre lang heranwachsen musste.

 

 Wichtig: Junge Brassen werden häufig mit Güstern verwechselt, allerdings verfügt die Güster (Blicca björkna) über auffallend große Augen, wohingegen die einer Brasse durchaus symmetrisch erscheinen. Für jeden den diese Aussage zu wankelmütig erscheint.

Die Güster verfügt über 19-23 Flossenstrahlen an der Schwanzflosse, die Brasse über 23 bis hin zu 28 Flossenstrahlen.  

 

Eckdaten:

Lateinischer Name: Abramis brama

Höchstgewicht: ca. 8,3kg (deutscher Rekord von 1989)

Durchschnittliches Gewicht: ca. 1,5kg

Durchschnittliche Länge: ca. 35-40cm

Lebenserwartung:  ca. 20 Jahre

 

Geräte zum Brassenangeln finden Sie hier. LINK 

 

 Mit besten Grüßen

Bernhard Richtsteig

 

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