Zanderangeln Tipps Tricks und Montagen => Grundangeln mit totem Köderfisch

Geschrieben von Bernhard in Zanderangeln Tipps und Tricks am 20.06.2016 18:03

Hallo liebe Leser,

leider kam ich wegen einer großen Auftragslage nun länger nicht zum schreiben. Da die meisten Flüsse nun noch Hochwasser haben und die Zanderschonzeit noch nicht allzu lange vorbei ist, denke ich kommt dieser Tipp nun nicht ganz zu spät.

Die meisten Angelschein Anfänger werden sich über dieses Thema hier freuen, ich versuche möglichst exakt auf das Thema einzugehen. Falls sich Rückfragen ergeben, scheut und schämt Euch nicht Euch direkt an mich zu wenden. Vielleicht kann ich noch jemanden helfen.

 

Am Ende des Textes erlaube ich mir selbstverständlich einige Produktempfehlungen zu geben.

 

So nun genug vom Intro.

 

Zanderangeln mit totem Köderfisch

Jeder macht es eigentlich wahnsinnig gerne, auch wenn Spinnfischen höher angesetzt ist im Schwierigsgrad und auch spontaner möglich geht doch nichts darüber in guter Gesellschaft oder auch alleine den Abend am Fluss zu verbringen. In seinem Angelstuhl zu sitzen und auf den Biss zu warten.

Und in aller Regel ist das Zanderangeln mit Köderfisch in den letzten Jahren auch wirklich mit Erfolg gekrönt, seit die Bestände sich durch das Grundelaufkommen erhöht haben. Somit habt Ihr am Ende des Blogs wirklich die Möglichkeit durchschnittlich pro Abend 2-3 Zander zu fangen.

 

Welche Stelle zum Zanderangeln mit Köderfisch im Fluss?

Zum einen ist natürlich die Stelle wirklich wichtig die Ihr Euch aussucht. Hier gilt in der Regel sucht Euch Buhnenfelder oder Kiesschüttungen. An der Buhne platziert Ihr Euch einfach am Fuß (also an den ersten 10m der Buhne) oder Ihr setzt Euch einfach an einen Kiesstrand und bitte feuert Euren Köder nicht so weit Ihr könnt raus. Der Zander sucht seine Beute nicht in der Mitte des Stroms sondern in Ufernähe. Beispielsweise lege ich eine Rute in der Regel direkt an den ausgespülten Fußbereich der Buhne in 5-15m Distanz zu meiner Rutenspitze und die zweite Rute lege ich auf die Sedimentsgrenze der Buhne. Somit lediglich 10-25m raus. An einem Kiesstrand des Flusses lege ich die Ruten einfach beide gleichweit aus mit einem Abstand von ca. 10m zu den jeweiligen Ködern.

 

Mit welcher Rute angele ich Zander mit Köderfisch im Fluss?

Also in der Regel bieten sich diverse verschiedene Konzepte von Ruten an. Im Wesentlichen sollten die Ruten 11-12ft lang sein, also ca. 3,30m bis 3,66m und mit einem Wurfgewicht von Minimum 50g. Besser sind Wurfgewichte mit Testkurven von ca. 2lbs, somit um die 70-80g. Damit macht es mit am meisten Spaß. Falls man mit dieser Rute jedoch auch gleichzeitig im Stillwasser fischen möchte, sollte man das Wurfgewicht um die 50g wählen. Eine 3lbs Rute mit ca. 120g Wurfgewicht ist natürlich auch zweckdienlich, aber bringt wenig Drillvergnügen.

 

Mit welcher Angel-Rolle angele ich auf Zander mit Köderfisch im Fluss?

Ich persönlich bevorzuge bei dieser Angelei doch tatsächlich das Modell der Freilaufrolle, auch wenn bekannt ist dass diese Rollen meist keine Anschaffung für die Ewigkeit sind, erfüllen Sie super Ihren Zweck, besonders da man die Freilaufbremse der Strömung anpassen kann und nicht zwingend irgendwelche Schnurclips oder ähnlichen Unfug benötigt.

Somit nutze ich die Freilaufrolle in diesem Fall einfach aus eigener persönlicher Faulheit und bin damit superglücklich. Somit kann ich es wirklich nur ans Herz legen. Wählt aber bitte ein Modell was auf gar keinen Fall zu klein ist auf die Lange Rute, im Wesentlichen gilt ja, die Rute wird leider nur wenige Momente in der Hand gehalten, somit braucht man nicht allzu sehr aufs Gewicht achten und die Ruten sollen ja auch auf gar keinen Fall vorn überkippen in Eurer Rutenauflage wenn ein Biss oder Windstoss kommt. Also in Kürze NEHMT EUCH WIRKLICH MINDESTENS EINE 4000er GROESSE. Auch solltet Ihr keine Scheu haben große Karpfenfreilaufrollen auf die Zanderrute zu montieren, falls Ihr mal auf Karpfen möchtet.

Mit was für einer Schnur stelle ich am besten den Zandern im Fluss nach?

Hier scheiden sich die Geister, es gibt natürlich Verfechter der monofilen Schnur, dies auch absolut mit Recht. Hier solltet Ihr natürlich eine hochwertige nehmen, diese muss allerdings nicht zwingend teuer sein. Eine Stroft GTM ist natürlich mit das teuerste was man für Geld kaufen kann, aber auch die Berkley Trilene Biggame erfüllt den Zweck bestens beide Schnüre haben eine ideale Dehnung und so gut wie gar keinen Memory Effekt. Der Vorteil der Berkley Trilene Biggame ist, diese ist erhältlich in gruen, klar, rot und braun. Die Farbe der Schnur ist natürlich null ausschlaggebend für Euren Erfolg, aber eine farbliche Abstimmung der Rute / Rolle / Schnur Kombination kann ja nichts schaden, wenn es das gleiche kostet...... Allerdings muss ich dazu erwähnen, falls Ihr in einem stark befischten Fluss angelt, lohnt es sich wenn Ihr an Sandbänken angeln solltet (was auch keine schlechte Stelle ist). Solltet Ihr nach Möglichkeit ein wenig Leadcore oder ein sinkendes geflochtenes Material als Schlagschnur verwenden.

Ich selbst nutze eine geflochtene Schnur, da ich dadurch dünnere Durchmesser fischen kann und glaube der Schnurbogen, welcher ohnehin gering ist durch die kurze Distanz wird zusätzlich minimiert. Ich selbst fische bei dem Anlasse eine Climax MIG 0,18mm.

 

Wie baue ich meine Montage beim Zanderangeln im Fluss auf?

Also hier gibt es stets die einfache und die schwierige Option. Ich bevorzuge in aller Regel in meiner Faulheit die einfache Variante.

Hier nehme ich ein Tiroler Hölzl (Gewicht von 30-80g) je nach Strömung alternativ ein Tellerblei (30-60g) oder ein Karpfenblei in einer Form die gut liegen bleibt um die 60g. Dies kommt einfach simpel auf die Hauptschnur, dahinter kommt ein Gummistopper oder eine Gummiperle, danach ein Wirbel mit Karabiner und fertig. Danach folgt nun einfach das Vorfach und Ende. Dies ist meine beliebteste Montage. Allerdings kommt es gelegentlich vor, dass ein hoher Angeldruck auf die Zander herrscht und man muss sich einigen Tricks bedienen die die meisten anderen einfach nicht beherrschen und hebt sich dadurch ein wenig von der Masse ab.

Das ist dann die schwierigere Option, welche aber immer noch nicht wirklich schwer ist.

Bei dieser Variante nutze ich eine Schlagschnur welche sinkt und wirklich glatt ist, sich also nicht am Grund in kräuselt und den Zander abschrecken könnte dadurch, das er mit dem empfindlichen Bauch über Eure verdrallte monofile Schnur "stolpert". Das Material was wir hierfür benötigen stammt von den Karpfenanglern und nennt sich Leadcore. Dieses Leadcore wird durch 2 Schlaufen mit der Hauptschnur verbunden und diese Verbindung wird aufgrund der Starre des innenliegenden Bleikerns "gespleisst". Hierfür benötigt man eine Spleissnadel und ein wenig Geduld. Beim Spleissen wird die Nadel ca. 10cm oberhalb des Endes eingeführt das Leadcore wieder aufgenommen mit Hilfe der Öse und dann in den Mantel gezogen, hierbei muss ein kleines Ende hinaus stehen, man verbindet nun diese Verbindung zur Sicherheit mit einem Tropfen Sekundenkleber und wiederholt den Vorgang am anderen Ende. Der Wirbel wird am Ende einfach in das Leadcore eingeschlauft und zuvor das Leadcore in die Hauptschnur. Wenn wir uns jedoch bei den Methoden der Karpfenangler bedienen sollten wir auch gleich einen Safety Lead Clip und den passenden Security Cone verwenden, damit der Fisch eine Chance hat das Blei vom Leadcore abzuschütteln. Dies benötigen wir bei der einfachen Montage nicht, da es hier einfach hinaus gleiten würde.

Da wir bei der 2. Option somit mit einer sogenannten Festblei Montage fischen möchte ich an den gigantischen Vorteil des Selbsthakeffekts erinnern. Dies ist besonders für Anfänger interessant die häufig den richtigen Moment des Anschlages verpassen oder sich einfach zu unsicher sind hierbei.

 

Welches Vorfachmaterial verwende ich beim Zanderangeln im Fluss?

Hier gibt es ganz klar nur eine richtige Antwort und die ist Fluorcarbon. Hier gibt es 2 hochqualitative Hersteller in unserem Sortiment. Der eine produziert ein äußerst hochwertiges deutsches Produkt, dies ist die Firma Climax mit dem Haruna Seamaster Fluorocarbon und die Firma Asso mit dem ASSO Super Fluorocarbon. Hier sollte jedoch  mindestens eine Stärke von 0,28mm bei jedem Anbieter genommen werden. Die Vorfachlänge variiere ich etwas mit der Gewässertiefe meiner gewählten Stelle sowie ob ich mit einem auftreibenden, schwebenden oder sinkenden Köder fische. Hier ist es recht einfach. Bevor wir den Köderfisch aufziehen nehmen wir uns den Haken und schneiden solange kleine Stücke Pop Up Foam heraus bis er schwebt oder schwimmt. Für eine am Grund liegende Montage benötigen wir keinen Pop Up Foam in gelb, weiss oder schwarz.

 

Welchen Haken verwende ich beim Zanderangeln im Fluss mit totem Köderfisch?

Ich verwende prinzipiell nur langschenkelige Haken die Eigentlich als Butthaken vom Meeresangeln oder als sogenannte Aalgreifer bekannt sind. Das wichtige hierbei ist der gerade lange Schenkel und die Widerhaken die auf diesem zu finden sind.

Mit Hilfe einer Ködernadel platziere ich den Haken so, dass die Hakenspitze samt der gesamten Krümmung aus dem Augenknorpel des Köderfisches hinaus schaut. Die Ködernadel führe ich bei dieser Montage dann vom Augenknorpel bis hinter die Rückenflosse.

 

Das ist im Wesentlichen die Montage. Ich möchte Euch nun die entsprechenden Produkte ans Herz legen.

Bitte keine Scheu mir Fragen zu stellen. So geht mir wenigstens nicht der Schreibstoff aus.

Mit besten Grüßen

Bernhard Richtsteig