Im Blickpunkt Der Aal

Geschrieben von Gregor in Information am 06.08.2015 20:13

Hier gehe ich mal ausführlich auf das Thema Aal (anguilla anguilla) ein, da ich immer wieder die Fragen höre:

Was ist ein Aal?

Wie sieht ein Aal aus?

Wie fange ich einen Aal?

Wo finde ich die Aale?

Wie angele ich am besten auf Aal?

 

Somit hoffe ich hier einigen Interessenten diese Fragen auch im www dauherhaft beantworten zu können.

 

 

Einer der kräftigsten Räuber unseres Kontinents - der Rapfen

 

Aale sind meist nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in tiefen Wasserschichten, Löchern, Wurzeln oder graben sich im Schlamm ein.

 

Für einen Sportangler sollte es kein Problem darstellen den schlangenähnlichen europäischen Flussaal zu erkennen. In der Fachliteratur lesen wir häufig den Begriff "Süßwasseraal".

Die Optik des Aals zeigt äußert sich durch vortretende Unterkiefer, zahlreiche kleine Zähne, der Körper ist mit einer dicken Schleimschicht überzogen unter der sich winzige Schuppen befinden.

Die After-, Schwanz und Rückenflosse sind zu einem Flossensaum verwachsen, nur die Brustflossen erinnern an den Flossenstand "normaler" Fische.

Die Färbung des Aals ändert sich mit dem Alter über bläulich silbern bis hin zu goldgelb dann im Alter zu braun bis hin zu leichten anthrazit Tönen. Der Bauch ist prinzipiell weiß.

Weibliche Aale können eine Größe von bis zu 150cm erreichen, männliche Aale werden in der Regel nur 50cm lang. Der Aal wächst leider nur sehr langsam und ist erst im Alter von ca. 12 Jahren bereit für die Laichwanderung durch das Meer zur Saragossa See.

Die Geschlechtsorgane des Aals entwickeln sich erst auf der Laichwanderung durchs Meer.

Beim Angeln ärgern sich Angler häufig darüber, dass die Wasserschlangen sich mit großer Kunst in der Angelschnur verheddern und alles mit ihrem Schleim besudeln, häufig hilft es den Aal einfach nochmal kurz ins Wasser zu halten, er kann sich sofort wieder entknoten und wir können den nächsten Entnahme-Versuch starten. Das grätenarme Fleisch des Aals ist sehr beliebt und geräuchert gilt er als absolute Delikatesse.

 

Die Futtersuche des Aales:

 

Als nachtaktiver Allesfresser und Räuber orientiert der Aal sich hauptsächlich über seinen Geruchssinn. Die beliebteste Beute sind Krebse, Fische, Aas, Schnecken und Insekten. Der Aal ist auch ein Bruträuber bzw. Laichräuber, der eine große Leidenschaft für frischen Fischlaich hat. Wir unterscheiden im Süßwasser auch noch den Spitzkopf und den Breitkopf Aal, die Kopfformen passen sich den jeweiligen Futterangebot bzw. Fressgewohnheiten des Tieres an, der Breitkopfaal ernährt sich verstärkt von größeren Futtertieren während der Spitzkopf sich auf Insekten, Larven und Schnecken spezialisiert.

 

Der Lebenszyklus des Aals:

 

Im 9. bis 11. Lebensjahr beginnt der Aal mit den körperlichen Modifikationen, welche er für die weite Wanderung in sein Laichgebiet. Während dieser Modifikation spitzt sich der Kopf, die Augen wachsen und die Seitenlinie tritt deutlich sichtbar hervor. Während dieses Prozesses stellt der Aal die Nahrungsaufnahme beinahe gänzlich ein. Davor hat er sich allerdings ausreichend Fettreserven angefressen um die lange Wanderung zum Laichplatz zu überstehen. Die Laichwanderung des Aals dauert bis zu 3 Jahren (!!!!!) und geht auch notfalls über Land. Kurzfristig ist der Aal in der Lage für einen Landgang Wasser (auch von außen sichtbar) in seinen Kiemenhöhlen zu speichern. Das Ziel der Laichwanderung des Aals ist die Sargasso See nahe der Bermudas, der Aal laicht hier in einer Tiefe von ca. 3000m ab. Aufgrund der Strapazen der Wanderung stirbt der Aal nach dem Ablaichen. Die Aal-Larven werden nach der Schlupf von dem sogenannten Golfstrom bis an die Küsten Europas getrieben. Die anfangs blattförmige Larve wandelt sich währenddessen zu einem winzigen Glasaal, welcher leider immernoch von bestimmten Nationen Europas befischt und als Delikatesse in Dosen verkauft wird. Aufgrund des Glasaal Fangs sind die europäischen Bestände massiv bedroht.

 

Alles in allem ist der Aal recht leicht zu überlisten, allerdings ist es in Flüssen und Bächen deutlich leichter als in stehenden Gewässern. Alles in allem reicht die klassische Montage bestehend aus einem Grundblei, einer Gummiperle als Knotenschutz, einem 50cm langen Vorfach und einem angemessenen Aalhaken vollkommen aus.

Als Köder werden meist Fischfetzen, Köderfische, Muschelfleisch, Krebse, Tauwürmer oder Dendrobena verwendet.

 

 

 

Eckdaten:

Lateinischer Name: Anguilla anguilla

Höchstgewicht: 5-8kg

Maximale Länge: ca. 1,5m

Lebenserwartung:  ca.15 Jahre

 

Das Gerät zum Aalangeln sollte auf keinen Fall zu leicht gewählt sein, es gibt die Möglichkeit den Aal mit einer Grund- oder Posenmontage zu beangeln. Das Angeln mit der Spinnrute ist nicht üblich und wenig erfolgsversprechend. Ich habe für den interessierten Leser einige mögliche Produkte entsprechend gekennzeichnet. Einfach auf den LINK klicken.

 

 

Für Fragen und Anregungen sind wir jederzeit Dankbar.

Gerne über Telefon oder Email:

0 26 31 95 90 88

oder info@raubfischjagd.de




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