Gummifischangeln auf Hecht im Freiwasser

Geschrieben von Bernhard in Praxistipps am 27.11.2013 20:17

  • Gezieltes Hechtangeln im Winter mit Gummifisch im Freiwasser

Das gezielte Wurfangeln auf Hechten im Freiwasser ist eine äußerst ungewohnte Angelart, vor allem für Flussangler.

Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, einen Unterstand zu suchen, wo Sie den Hecht erwarten, oder von etwaigen Fischschwärmen, Wasserpflanzen oder Scharkanten, die Sie auf dem Echolot finden.

Freiwasser bedeutet hierbei wirklich freies Wasser, keine Hindernisse, keine Unterstände, kein sichtbares Signal für einen Räuber!

Wir nehmen eine möglichst kräftige Rute, mit ca. 80-100g Wurfgewicht, oder entsprechend mehr je nach gewählter Ködergröße. Allerdings da meine Köderempfehlungen hierbei die 16cm Marke nicht übersteigen, reichen die 80g Wurfgewicht in der Regel aus.

Viele sagen jetzt, wofür 100g ich brauche keinen schweren Jigkopf, wir sprechen ja in der Regel von Stillwasser und der Gummifisch wiegt in der Regel auch nur 20g.

  • Ich empfehle eine schwere Rute deshalb, da Gummiangelei immer eine Belastung ist, die mit der Testkurve zu messen ist. Diese Testkurve beinhaltet nicht nur das geworfene Gewicht, sondern auch das real geführte Gewicht. Nun rechnen wir die Wasserverdrängung eines 16cm Kopyto River (nur als Beispiel) mit einem entsprechenden 14g Jigkopf und dies unter einer Schnellbelastung und die 100g sind durchaus gerechtfertigt. Die Rute muss spielend leicht den Köder bewegen können. Eine Rute die bei einem beherzten anjiggen überlastet ist, taugt hierbei nichts!

Aus den gleichen Robustheitsgründen, empfehle ich auch dringend, mindestens eine 3000er Rolle oder größer zu Fischen. Hier ist es von großem Vorteil ein Salzwassermodell zu wählen, da diese prinzipiell ein wenig robuster sind.

Allerdings lassen Sie uns vorab kurz klären, wie ein Gummifisch fachgerecht aufgezogen wird.

(ganz am Ende des Textes mit Bildern belegt)

Als erstes suchen wir uns einen Jigkopf, der der richtigen Größe entspricht. Bei einem Kopyto River 6“ ist es beispielsweise ein VMC 6/0 Jigkopf. Diesen legen wir kurz an den Gummifisch an, markieren uns am besten die gewünschte Austrittsstelle mit der Hakenspitze im Rücken und ziehen in Folge dessen den Haken im oberen Viertel des Rückens langsam durch. Wenn dies nun fertig ist, müssen wir uns entscheiden, ob wir einen sogenannten Angstdrilling setzen möchten, wenn wir uns dazu entschließen gilt es zu berücksichtigen, der Hecht ist ein Räuber der Attackiert und nicht Inhaliert. Somit hat der Drilling am Schwanzende keinen besonderen Wert, sondern ist in diesem Fall eher sinnvoll am Kopf platziert. In diesem Fall ist vorzugehen wie weiter abgebildet ist.

Bitte entschuldigen Sie die dürftigen Bilder, aber ich halte Sie für ausreichend zweckmäßig.

 

Nach Rute, Rolle, Köder und Montage ist nun wichtig für welche Schnur sich entschieden wird, meiner Meinung nach ist eine Climax MiG (Made in Germany) eine absolut gute Wahl.

Ich empfehle hierbei die Stärke 0,18mm.

Wichtig ist es noch sich für ein geeignetes Raubfischvorfach zu entscheiden, das Vorfach darf bei dieser Angelei ruhig stärker sein als die Hauptschnur, da sich am Vorfach Schwachpunkte sammeln können an den Klemmhülsen und Knoten.

Ich empfehle hierbei ein gut haltbares Stahlvorfach von mindestens 15kg, ich selbst nutze ein Fabrikat der Firma Drennan welches als „Super Trace“ vermarktet wird. Dieses ist ein Nylonumfasstes Stahlgeflecht, welches die nötige Festigkeit besitzt um nicht ständig zu verknicken und somit auch verhindert das sich der Köder einwickelt.

Bitte bedenken Sie, Sie benötigen keinen Wirbel auf der Hauptschnur, es ist aber sinnvoll einen am oberen Ende des Stahlvorfachs anzubringen, um dieses bei Bedarf leichter wechseln zu können und gelegentlich verdrehen die Hechte sich kurz vor der Landung, wenn keiner integriert ist, ich verwende hierbei in der Regel Tönnchenwirbel aus dem Karpfen- oder Meeresbereich.

Die Einhänger (Snaps) verwende ich persönlich nur mit einer ausreichend großen Wölbung an der unteren Seite, damit der Köder genug spiel hat und der Hecht diese im Drill nicht aushebeln kann.

Bei der Führung der Köder gibt es im Wesentlichen nicht allzu viele ausgefallene Spielereien, üblich ist es den Köder gleichmäßig einzuleiern bei tiefer werdenden Führungstiefen oder das sogenannte Stop-And-Go hierbei wird der Köder gleichmäßig eingeholt und immer wieder kurz auf einer gleichbleibenden Position angehalten und ggf. animiert.

Dieses erreichen Sie durch ein abruptes Stoppen der Kurbelumdrehungen, kurzes anheben der Rutenspitze aus einer 9 Uhr Position in eine 11 Uhr Position und leichten Zupfern, diese Stops dürfen ruhig bis zu 5 Sekunden dauern.

Eine weitere Führungstechnik ist das nicht allzu gebräuchliche Freiwasserjiggen, hierbei lassen Sie den Köder mit leichtesten Jigköpfen langsam absinken, bis Sie die gewünschte Tiefe erreicht haben, nach einem langsamen gleichmäßigen Einholen beschleunigen Sie den Köder mit einem anheben der Rute bei schlaffer Schnur von 9 auf 11 Uhr, holen zeitgleich nur ein, bewegen die Rute dabei zurück in die 9 Uhr position und setzen sofort einen weiteren schnelleren Sprung nach.

 

Die Techniken die über das einfache einleiern hinaus gehen finden Ihre Berechtigung wie folgt. Es ist bekannt, dass viele Hechte den Köder über weitere Strecken verfolgen, dies tun Hechte auch bei Beutefischen, allerdings haben Sie leider nur einen begrenzten Schwimmradius, also muss der unter Umständen anwesende Hecht zu einer Blitzattacke proviziert werden. Dies erreichen Sie mit den beschriebenen Techniken.

Nun zu meinen Geräte Empfehlungen:

Rute:

 

Rolle:

Schnur:

Stahlvorfach:

Kleinteile:

Klemmhülsenzange

 

Köder:

Prüfung wo der Jighaken austreten soll

Diese Stelle wird mit dem Finger angehalten und dann mit Hilfe der Hakenspitze angerissen

Nun wird der Jigkopfe am Kopf angesetzt und im oberen Viertel des Gummifisches eingeführt

Die Hakenspitze erreicht den Austrittspunkt und wird hier dann durch den Rücken geführt

Nun wird der Kopfdrilling vorbereitet

Ich benötige hierbei ca. 15cm Stahlvorfach, 1 Drilling und 1 Klemmhülse

 

Das Aufziehen ist eimmer etwas Fummelei

 

 

 

 

 

So nur noch Anpassen

 

 

  

 

Und Fixieren!!!!

 

 




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