Barschangeln im Winter

Geschrieben von Bernhard in Praxistipps am 25.02.2015 03:47

hmend populärer geworden. Wird allerdings immer noch nicht dem „Spaß-Faktor“ gerecht den es wahrhaftig bringen kann. Vor allem da der Barsch ein Schwarmfisch ist und man meist, sobald man sie gefunden hat gleich mehrere Überlisten darf, sollten mehr Angler als aktuell der Leidenschaft des Barschangelns frönen. Es gibt kein Gewässer was ihnen keinen Lebensraum bietet, man findet Barsche im Berliner Tiergarten, im Rhein, in fast allen deutschen Flüssen, in nahezu jedem Parkweiher und jedem lebensfreundlichen Bewässerungskanal. So nun wissen wir wo es überall Barsche geben kann, allerdings noch lange nicht an welchen Orten in den jeweiligen Gewässern sie sich entsprechend aufhalten. Wir wollen erstmal den Fokus auf große Barsche legen, das Ziel heißt also 40+ und am allerbesten 50+. Im Übrigen kann sich gerne der Fänger des nächsten realen 60+ bei uns melden, den engagieren wir für den nächsten Blog. In Flüssen und tiefen Seen und Baggergruben ist es einfacher eine Groß-Barsch Stelle zu finden als an gleichmäßig tiefen Gewässern. In diesen „einfachen“ Gewässern, zählt stets erst die Devise, wir warten auf die Kälte und dann befischen wir die tiefste Stelle. Die logische Erklärung hierfür. Die Anomalie des Wassers besagt, ganz unabhängig wie kalt es an der Oberfläche wird, je tiefer wir gehen umso näher kommt die Temperatur wieder an die 4°C. Dieses Wissen bereits Kleinstlebewesen und suchen hier Ihren Unterschlupf um dem lebensfeindlichen Frost zu entgehen. Diesen Kleinstlebewesen folgen logischerweise die Weißfische, welche sich natürlich nur unter der Beobachtung der Zander / Hechte und anderen Räuber irgendwohin begeben können und da der Barsch nicht zuletzt einer der neugierigsten Räuber hierzulande ist, finden wir auch ihn an diesen Plätzen wieder. Was wir hier beachten müssen lässt sich allerdings nicht mehr mit dieser Logik erklären, sondern nur mit langjähriger anglerischer Erfahrung. Die großen Barsche finden wir an diesen Stellen eben nicht! Die großen Streifenmurmeln sind so zickig wie sie sind auch hier ganz besonders eigen. Im Winter finden wir sie an Unterwasserkanten, vor Uferböschungen und in den flachen Bereichen der Gewässer. Was hierfür die genaue Bewandtnis ist lässt sich kaum erklären. Das Verhaltensmuster zeigt hier sogar, dass wir die Groß-Barsche meist in strukturierten Bereichen des Gewässers verstärkt vorfinden. Dies können beispielsweise Steganlagen sein, Muschelbänke, Steinschüttungen oder auch nur eine Kiesbank. Hier und Drumherum ziehen die Groß-Barsche ihre Patrouillen durchs Wasser. Der findige Angler fragt sich jetzt natürlich, warum der Barsch diese Anomalie zu den anderen Fischen aufweist. Diese Frage ist absolut berechtigt, da eben schlichtweg das meiste Futter an anderen Stellen des Gewässers zu finden ist. Allerdings im Umkehrschluss müssen wir bedenken, die großen Barsche habe eine rundliche aber sehr kompakte Form, so dass sie weitere Strecken problemlos im Sprint schwimmen können. Somit nutzt der schlaue alte Barsch hier seinen Vorteil. Ihm ist Bewusst, dass er sich hier im Winter ziemlich risikoarm bewegen kann ohne selbst zur Beute zu werden und auch bei wenig Nahrungsangebot bleibt mit ein wenig Fleiß für Ihn mehr als genug übrig, da er eine viel größere „Erntefläche“ für seine Beute vorfindet, zumindest wenn man dies zum restlichen Jahr betrachtet. Aufgrund der Tatsache das Winter ist und man doch im Notfall nicht unbedingt schnell genug Hilfe bekommt, rate ich ganz entschieden von der Nutzung eines derzeit so beliebten Belly-Boats ab. Nutzt eins der klassischen Ruderboote und unterkühlt Euch nicht. Positioniert Euch am besten an einer tieferen Region und werft von dort aus in die flachen Bereiche des Gewässers führt den Köder stets vom flachen ins tiefere Wasser. Auch bietet sich stets eine Vertikaldrift mit einem Fireball Jigkopf an. Ihr solltet Euch nur wirklich keine hastigen eiligen Bewegungen in den hellhörigen Booten erlauben um den Zielfisch nicht endgültig zu verscheuchen. Wir bringen beim Angeln bereits ohnehin ungewöhnliche Unruhe in das winterliche Nass. Ich bevorzuge hierbei die Fischerei mit Gummiködern, allerdings nicht zuletzt weil ich um die winterliche Bissfrequenz auf Wobbler weiß….. Die nun angemessenen Gummifische sind 8-13cm lang und ich nutze hierbei recht klassische Modelle, auch sehr gerne Twister, wie die kräftigen Kalins oder die Delalande Sandra in 9cm und 12cm. Als Shads nutze ich meist Köder der Marke Yamashita oder Kopytos, aber auch Delalande Swat Shad, Lieblingsköder oder der Kauli Junior stehen bei mir hoch im Kurs. Bei den Gummifarben bin ich im Winter recht einfach gestrickt, wo ich im Sommer auf praktisch jede Schattierung der Kontrast Farben achte, wähle ich hier meist unifarbene Köder oder ummantelte, welche keine krassen Kontraste erkennen lassen. Beste Erfahrungen durfte ich bis mit gelbt-, pinktönen und perlfarben machen. Mein Jigkopfgewicht wähle ich hier noch leichter als im Sommer und versuche mit möglichst wenig auszukommen und die 7g gelten hierbei für mich als maximale Bebleiung im Stillwasser und 10g ist die absolute Obergrenze im Fließwasser, lieber riskiere ich ein Abtreiben des Köders, als das ich unnötig schnell fischen muss. Wobei auch das mit der Strömung fallende „Fischchen“ für die Barsche gar nicht so unverführerisch ist, vorallem die großen Barsche werden hierbei bei weitem nicht so misstrauisch wie sonst. Da eben dieses Verhaltensmuster für einen verwundeten, angeschlagenen oder schlichtweg durch die Kälte in der Bewegung etwas starren Köderfisch gar nicht so unüblich ist. Auch achte ich stets, dass die Sinkphase eher ein verzögertes hinabgleiten wird, ich versuche dem sinkenden Köder mit der Rutenspitze konstant etwas zu verzögern oder ihn auf der Stelle kurz zum Zittern zu bewegen. Die meisten Bisse erhalte ich genau bei dieser Führung. Um dieses Fischen auch so zu betreiben muss natürlich auch das restliche Gerät bis ins feinste abgestimmt sein, am Ende dieses Blogs mache ich Euch natürlich gerne einige Empfehlungen für Rute und Rolle, aber der Knackpunkt an dieser Geschichte ist nicht zuletzt die Hauptschnur, wenn die Schnur beispielsweise dicker ausfällt als angegeben (was leider bei den meisten Herstellern der Fall ist) verschätzt man sich sehr schnell mit dem Auftrieb den diese im Wasser erzeugt und den Schnurbogen den sie durch die falsch eingeschätzte Schnurstärke gibt. Ich versuche somit bei einem echten 0,06mm – 0,08mm Durchmesser zu bleiben, dem Hersteller Climax ist dies bei der MIG im Übrigen sehr gut gelungen. Bei dem Vorfach wäge ich offen gesagt sehr die Beschaffenheit des Gewässers und die zu erwartenden Fische ab, ich fische auf Barsch inzwischen nahezu ausschließlich mit qualitativ hochwertigen Fluorcarbon Material. Viele Angler fragen sich häufig woran Sie ein gutes Fluorcarbon erkennen, der prinzipielle Qualitätscheck ist sehr einfach. Wir nehmen ein kleines Stück des Materials, und werfen es komplett ins Wasser. Erkennt man nur den Anfang und das Ende des Materials haben wir ein durchaus hochwertiges Fluorcarbon. Das Thema Knoten- und Abriebsfestigkeit müssen wir getrennt behandeln. Ich teste dies in der Regel in dem ich bei dem Material am oberen und unteren Ende einen 8er Knoten setze und eine Seite an einem festen Gegenstand befestige während ich am anderen Ende mit Hilfe einer Federwaage ziehe. Ob die Angaben der Tragkraft stimmen interessiert mich hierbei weniger, als das schlussendliche Ergebnis meines eigenen Tests durch den ich letztendlich Rückschlüsse ziehe. Wenn ich vom Boot aus fische, nehme ich das FC bis zu einem wahnsinnig dünnen durchmesser wie 0,13mm bis hin zum 0,28mm Material. Dies mache ich allerdings eher am Untergrund fest als an den zu erwartenden Barschen, da auch ein 0,13mm Material heutzutage durchaus auch realistisch über 1kg Belastung verträgt und meine Bremse in dem Fall entsprechend sensibel justiert ist. Hierbei möchte ich in Erinnerung rufen, das die Kraft welche an Land wirkt unter Wasser mit 1/3 zu multiplizieren ist. Ein besonders gutes Fluorcarbon ist nebenbei bemerkt das Asso Super Fluorcarbon, welches seinen Namen wirklich alle Ehre macht, es hat mich bis einschließlich heute nicht ein einziges Mal enttäuscht und es kommt einfach hervorragend verpackt in festen Dosen so dass ich nicht nachher in meinem Rucksack einen großen Wirr Warr aus Vorfachspulen vorfinden muss, da ich stets mehrere Materialien dabei habe um auf diverse Situationen vorbereitet zu sein. Allerdings möchte ich unbedingt erwähnen, dass wenn ich derartig dünnes Fluorcarbonals Vorfach verwende auch stets eine Rute fische, die eine etwas sensiblere Spitze mit progressiv aufbauendem Rückgrat verwende. Hier kommen diverse in Frage:

  Alle diese Ruten erfüllen die von mir beschriebenen Anforderungen und ermöglichen einen wirklich präzisen Köderkontakt.   Hierbei möchte ich auch nochmal betonen, wer am Jigkopf spart, der spart sich Hak-Quote. Bei einer derart feinen Montage, sollte der Haken auch ohne starken Anhieb unbedingt sitzen. Als Rolle muss auch etwas her worauf man sich in jedem Fall verlassen kann bei dieser Angelmethode, da ein Fehler in der Funktion hierbei den absoluten Super Gau bedeuten kann „Fischverlust“. Um diesen auch definitiv auszuschließen muss es hierbei unbedingt etwas hochwertiges sein, wo die Bremse auch wirklich absolut ruck frei anläuft. Leider sind solche Rollen durchaus kostenintensiv, allerdings als eine einmalige Investition zu betrachten. Für mich kommen hierbei folgende Modelle aktuell in Frage:  

  Für alle denen meine Rollenempfehlungen etwas überdimensioniert erscheinen, die wenigen Gramm Unterschied zu den vergleichbar kleineren Rollen machen zwar etwas in der Hand aus auf Dauer, allerdings gilt hier stets die Formel, je größer die Spule umso besser legt sich die Schnur und umso besser funktioniert auch die Bremse. Für die Angelei vom Ufer wähle ich die Köder praktisch gleich, lediglich verwende ich ein stärkeres Vorfachmaterial. Hier kommen Materialien ab 0,22mm zum Einsatz bis hin zu 0,35mm. Dies hat nicht zuletzt die Bewandtnis dass die Würfe vom Ufer oft viel weiter ins Gewässer reichen und ich unter Umständen auch nicht auf dem aktuellsten Stand der Grundbeschaffenheit bin. Was unter Umständen Treibgut usw. angeht. Deshalb brauche ich hier ein wenig mehr „Puffer“. Auch wähle ich bei diesem Anlass stets meine Hauptschnur etwas dicker, so dass diese eine Stärke von 0,10mm oder 0,12mm erreicht. Somit habe ich rund 7kg Tragkraft mit der ich arbeiten kann, was in der Regel auch reicht Steine unter Wasser herum zu drehen, die Rutenwahl ist hierbei dann aber auch um ein vielfaches schwieriger, die UL Fischer haben hier ein wenig das nachsehen, da ich hier dann doch stets auf mehr gerüstet sein muss als ich eigentlich möchte, erreicht meine Rute hierbei häufig 30g oder gar auch 50g Wurfgewicht, um mir das nötige Ködergefühl zu vermitteln und Anschläge in diesem ungünstigen Winkel über weite Distanzen durchbringen zu können.   Meine Rutenempfehlungen vom Ufer:  

    Alle diese Ruten entsprechen den Anforderungen eines guten Köderkontaktes, einer sensiblen Spitze damit uns die Stachelritter nicht ausschlitzen und auch einem soliden Rückgrat, welches uns auch mal einen unerwarteten Gast standhält. Bei den Rollen werden wir hier eine Nummer , ich empfehle eigentlich prinzipiell sobald eine Rute 30g Wurfgewicht übersteigt eine Rollengröße in Richtung 3000 zu nehmen, sobald diese Rute dann auch noch 8ft (ca. 2,40m) lang ist, rate ich am liebsten zu einer 4000er Rolle. Da wie vorhin beschrieben.
Je größer die Spule umso besser legt sich die Schnur und umso besser funktioniert auch die Bremse. Somit ist meine Empfehlung vom Ufer:

Die von mir so hoch gelobte und wirklich mit besten Wissen und Gewissen empfohlene Schnur findet Ihr wenn Ihr auf den Link hier geht. Climax MIG Wir freuen uns stets über Fragen Anregungen und Ideen und veröffentlichen auch gerne einen Eurer Blogs, nach vorheriger inhaltlicher Abstimmung. Mit besten Grüßen Bernhard Richtsteig